Kommunalpolitikerin DIE LINKE Lichtenberg

ungeschminkt. solidarisch. engagiert.

Bewerbung für die Kandidatur um das Direktmandat in Lichtenberg im Wahlkreis 3 zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses 2021

Wo komme ich her?

Ich bin als Arbeiterkind in Tangermünde bei meinen Adoptiveltern aufgewachsen. Mein Vater (geb. 1945) arbeitete seit seinem 14ten Lebensjahr als Dachdecker, meine Mutter (geb. 1947) in einer Fleischerei  halbtags im Büro. 1986 kurz vor meiner Einschulung zogen meine Eltern in die lang ersehnte 3-Raumwohnung mit Innentoilette und Heizung in des neu errichtete Plattenbauviertel. 

Mit Eintritt in die Schule begann bereits mein ehrenamtliches Engagement. Ich trat bei den Pionieren ein und war Gruppenratsvorsitzende. Ich gestaltete die Pioniernachmittage mit und kämpfte schon damals dafür, dass meine Freundin, die evangelischen Glaubens war, ebenfalls daran teilnehmen durfte.

1989 - das Jahr des Mauerfalls - und die darauffolgenden Jahre haben mich sehr geprägt. Meine Eltern verloren ihre Arbeit, ich meine für mich wichtigen Aufgaben als Pionierin und damit auch ein großes Stück meiner Identität. Meine Welt stand Kopf. Das Schulsystem wurde umgestellt, Betriebe geschlossen, das gerade noch stolz bezogene Plattenbauviertel entwertet und Räume für Jugendliche verschwanden.

 Meine Jugendzeit war geprägt von zahlreichen Umbrüchen und es war schwer, Halt und Orientierung zu finden. Ich wurde Punk und kämpfte gegen die stetig zunehmende Präsenz von Neonazis in der Kleinstadt. Dieser Kampf gegen Rechts begleitet mich bis heute.

1998 schloss ich mein Abitur ab, - verließ meine Heimat und zog nach Berlin, wo ich als junge Frau mehr Zukunftschancen sah. 

Das Foto zeigt mich ein Jahr nach meiner Einschulung mit einem Klassenkameraden, wo wir uns wie so oft eine "Bude" vor unserer Hauseingangstür mit einer Decke gebaut haben. Eine Redakteurin der "Neuen Berliner Illustrierten" (NBI) kam vorbei und fotografierte uns. Der Artikel wurde mit diesem Foto in einer Ausgabe im Sommer 1987 veröffentlicht. 

 

Und wie ging es dann weiter in Berlin?

 

Nach dem Abschluss meiner Ausbildung arbeitete ich als Einzelhandelskauffrau für Naturkost in der Geschäftsführung einer Bio-Einkaufsgemeinschaft Wurzelwerk GmbH.  Außerdem studierte ich Wirtschaftspädagogik an der Humboldt Universität zu Berlin. Nach wenigen Wochen fragte ich mich, wo hier die Menschen hinter den endlosen Zahlenreihen der Arbeitslosen- und Armutsstatistiken waren? Ich wechselte das Studienfach und schloss am Ende mit einem Master in der Sozialen Arbeit ab.

 

Parallel gründete ich mit meiner Frau eine Familie und wohne seit 2005 mit unseren Kindern in einem selbstverwalteten Wohnprojekt in Lichtenberg. Mit dem Schuleintritt meiner Kinder baute ich mein ehrenamtliches Engagement vor allem im Schulbereich aus. Als Vorsitzende des Bezirkselternausschusses widmete ich mich der Schulplatzproblematik, gründete eine Elterninitiative und organisierte gemeinsam mit anderen Demonstrationen.

 

Als ich 2015 in diesem Zusammenhang Harald Wolf kennenlernte und er mich für die BVV anwarb, war die logische Konsequenz aus meinen biografischen Erfahrungen der Eintritt in die Partei DIE LINKE und die Übernahme politischer Verantwortung. Mit der Wahl zur Bezirksverordneten im Jahr 2016 begann ich außerdem, bei der Abgeordneten Hendrikje Klein zu arbeiten und organisiere seither die wichtige Wahlkreisarbeit. Für meine Fraktion bin ich Vorsitzende vom Jugendhilfeausschuss, Mitglied im Ausschuss Haushalt und Personal sowie für Schule und Sport der Bezirksverordnetenversammlung Berlin Lichtenberg.

 

Aktuell bewerbe ich mich bei meinen Parteigenoss*innen im Wahlkreis 3 um das Direktmandat für das Abgeordnetenhaus von Berlin und freue mich über jede Unterstützung.

 


Warum der Wahlkreis 3?

Als ich 1998 in Berlin ankam, war das Studierendenwohnheim in der Storkower Straße 213 meine erste Adresse. Die Gegend rund um den Fennpfuhl ist für mich bis heute immer ein bisschen wie nach Hause zu kommen. Mein Sohn besucht das Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium, wo ich Elternvertreterin bin. Wegen der stark steigenden Schüler*innenzahlen, im und um den Fennpfuhl, im Rosenfelder Ring, in Alt-Hohenschönhausen und auch im Gensinger Kiez, arbeite ich intensiv mit den dortigen Elternvertretungen zusammen. Seit mehr als einem Jahr auch gemeinsam mit der Abgeordneten Marion Platta, die uns und mich immer unterstützt hat. Ich pflege Kontakte zum Bürgerverein und zur Bürgerinitiative "Interessengemeinschaft Drehscheibenschule".

 

Das Leben in den Plattenbauvierteln erinnert mich an meine Kindheit und die Zeit meines Ankommens in Berlin. Diese Vertrautheit motiviert mich immer wieder dazu, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen zu suchen, um die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringen wird, in den Blick zu nehmen: sozialverträgliche Verdichtung beim gleichzeitigen Ausbau der (sozialen) Infrastruktur.

 

Auch die Bekämpfung der Vereinsamung von Senior*innen aber auch Alleinerziehenden sind mir ein wichtiges Anliegen. Gerade im Fennpfuhl muss der zeitnah veröffentlichte Einsamkeitsbericht des Bezirksamts Lichtenberg Kompass sein, um neue Projekte auf den Weg zu bringen und das generationsübergreifende Miteinander gemeinsam zu gestalten. 

 

Wo stehe ich jetzt und was möchte ich mit euch erreichen?

Mit euch für Kinder, Jugendliche und Familien Orte und Angebote sichern, ausbauen und stärken

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen und die Stärkung ihrer Rechte sind mir eine Herzensangelegenheit.

Die Einführung eines ressortübergreifenden Haushaltstitels dafür, die gelungene erste Jugend-Bezirksverordnetenversammlung sowie der im kommenden Jahr erstmals zu verleihende Jugendengagementpreis sind wichtige Bausteine.

 

Ein Meilenstein für die Kinder- und Jugendarbeit bleibt dabei die Einführung des Jugendförder- und Beteiligungsgesetzes, die ich als Koordinatorin aller Jugendhilfeausschuss-Vorsitzenden intensiv begleitet habe. 

Die Kinderarmutsprävention, die Stärkung des Netzwerks für Alleinerziehende und der Ausbau familiärer Angebote sind insbesondere in Hohenschönhausen Themen, die mich dauerhaft begleiten. Auf meine Initiative hin gelang es einem Kinder- und Jugendzirkus (Cabuwazi), sich am S-Bahnhof Hohenschönhausen ansiedeln zu können.

 

Gemeinsam haben wir uns eingesetzt für den Auf- und Ausbau eines Netzwerkes für Alleinerziehende, die Einrichtung zweier Familienbüros sowie die Schaffung von Kitaplätzen und Kinderbetreuungsangeboten.

 

Mit euch für Bildung und Schule neue Konzepte entwickeln und Schulplätze schaffen

Die Schulsituation in Lichtenberg bleibt angespannt. Die Anzahl der Schüler*innen wächst rasant (ca. 25 % bis 2024).

Erste Erfolge konnten wir durch konsequentes gemeinsames Handeln von Bezirks- und Landespolitik erreichen.

Zwei neue Grundschulen und mehrere Modulare Ergänzungsbauten sind entstanden. 

Dennoch werden Schulen über ihre Kapazitäten hinweg belegt, Sanierungen stehen aus. Die Schulhöfe, Sporthallen und Mensen sind zu klein. Die Schulreinigung ist an allen Schulen unzureichend, die Internetanbindungen nicht ausreichend.

 

Der Bustransport zu nicht wohnortnahen Schulen begann in Friedrichsfelde, ist jetzt auch in Karlshorst traurige Realität von Familien und wird sich, wenn wir nicht konsequent und entschieden handeln, auf weitere Regionen ausbreiten.

 

Gemeinsam müssen wir den Schulplatzausbau weiter vorantreiben, die Schulsanierungen fordern, die Schulreinigung rekommunalisieren und schnelle Lösungen für den eklatanten Lehrer- und Erzieher*innenmangel entwickeln. Auch muss die Digitalisierung in Schule und Verwaltung voran gebracht werden. Dazu zählt einerseits die flächendeckende Anbindung an ein schnelles Internet wie auch der Ausbau an Weiterbildungsangeboten im Bereich des Digitalen Lernens.

 

Schulteams müssen mehr und mehr multiprofessionell aufgestellt sein. Das meint: Die Sicherung und sukzessive Einrichtung von (weiteren) Stellen für Verwaltungsmitarbeiter*innen, Sozialarbeiter*innen, Techniker*innen, Medienpädagog*innen, Schulpsycholog*innen und Schulgesundheitsfachkräften an allen Berliner Schulen.

Das kostenlose Mittagessen muss perspektivisch jedem Kind angeboten werden können. Dabei gilt es jedoch nach Augenmaß zu handeln, denn der Ausbau der Mensen muss aufgrund der steigenden Nachfrage ebenfalls mitgedacht werden. 

 

Mit euch das Leben in Lichtenberg gestalten

Wir werden mehr - besonders bei den ganz jungen und den älteren Menschen im Bezirk. Der Zuzug von Familien nach Lichtenberg und der demografische Wandel bleiben enorme Herausforderungen.

Gemeinsam mit euch möchte ich ein Lichtenberg schaffen, in dem es bezahlbare Wohnungen, Parks, eine funktionierende mitwachsende Infrastruktur (Kitas, Schulen, ambulante medizinische Versorgung, Einkaufsmöglichkeiten, ÖPNV) für ALLE gibt.

Einen Ort, an dem Kinder, Familien, Singles, Paare, Alleinerziehende und Senior*innen, die trotz Großstadt eben nicht vereinsamen, sondern gleichberechtigt zufrieden, glücklich und gesund leben können. Wir sind da bereits auf dem richtigen Weg. Viele wertvolle Projekte, wie zum Beispiel die arztpraxisinterne Sozialberatung oder die fantasievollen Angebote während des Lockdowns sind ein lebendiger Beweis dafür. 

 

Mit euch Vielfalt anerkennen, Teilhabe ermöglichen und Inklusion leben

Lichtenberg ist bunt. Lichtenberg ist weiblich.

Lichtenberg rockt. Mein Lichtenberg ist da wo es Konfetti regnet und jede Stimme zählt.

 

Umso wichtiger bleibt es, auch eher unsichtbare Bevölkerungsgruppen in den Mittelpunkt unseres politischen Handelns zu rücken, wofür ich mich beständig in der Fraktion und in der Partei einsetze:

  • der Ausbau queerer Angebote,
  • die Sicherung alternativer Wohnformen,
  • den Abbau von Barrieren für Menschen mit Beeinträchtigungen,
  • die Anerkennung von Ehrenämtler*innen,
  • die Sicherung und der Ausbau von Projekten von und für Frauen sowie
  • die Förderung und den Ausbau generationsübergreifender Projekte im Bereich der Politischen Bildung
  • Die Entwicklung neuer Projekte mit niedrigschwelligen Zugängen für junge Menschen, z.B. das Karaokemobil
  • der Forderung nach der Senkung des Wahlalters und
  • in der Gedenk- und Erinnerungsarbeit.

 

Und natürlich ist Mobilität eine wichtige Grundvoraussetzung, um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Hier brauchen wir einen kostenlosen, gut ausgebauten, barrierearmen ÖPNV für Senior*innen, Ehrenämtler*innen, Alleinerziehenden und anderen.

 

Mit euch gegen Rassismus und rechte Hetze aufstehen

Ich stelle mich sowohl in meiner politischen Arbeit als auch im Privaten seit meiner Jugend gegen Rassismus und rechte Hetze.

In der Bezirksverordnetenversammlung habe ich dies beispielsweise am „Tag gegen Rassismus“ oder zum geplanten Neonaziaufmarsch am 3. Oktober 2020 in Hohenschönhausen ganz deutlich in meinen Reden zum Ausdruck gebracht.

Eine Anzeige der AfD konnte und kann mich dabei niemals stoppen.

Ich gehöre zu den Erstunterzeichner*innen der Grundsätze des „Bunten Windes für Lichtenberg“, bin Mitglied im VVN-BdA (Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) und stehe im regelmäßigen Kontakt mit der Fach- und Netzwerkstelle LICHT-BLICKE, der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin“, der Amadeu Antonio Stiftung und „Berlin gegen Nazis“

Vernetzen wir uns:



Claudia Engelmann | Berlin-Lichtenberg

E-Mail: me@claudia-engelmann.berlin